BIO Roggen – Der BIO Landroggen Oberlienz

 

Auf unserem Hof wird der Landroggen Oberlienz angebaut. Es handelt sich dabei um eine alte Roggensorte die schon über Generationen am Schuttkegel angebaut wird. Er sticht durch Standfestigkeit und Robustheit hervor und ist auch bei der AGES in der Gendatenbank hinterlegt.

Die Bio Getreidefelder werden auch als Rückzugsmöglichkeit allgemein sowie als Brut- und Nistplätze von vielen Tieren genutzt. Damit wollen auch wir unseren Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt leisten.

 

Allgemeine Informationen zu Roggen:

Den Roggen kann man relativ leicht an den bis zu 2 Meter langen Halmen und den 5 bis 20 Zentimeter langen, vierkantigen und zur Blütezeit leicht überhängende Ähren erkennen. Die sogenannte „Tausendkornmasse“ (Gewicht von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.

Geschichte des Roggen

Erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts fand man Roggenkörner und Ährenspindeln aus steinzeitlichen Schichten (ca. 6600 v. Chr.) in Nordsyrien. Ansonsten gibt es kaum Hinweise auf die frühe Existenz dieses wichtigen Getreides bis er etwa 1500 v. Chr. wieder in der Archologie Europas erscheint. Es gibt Theorien, nach denen er als verunreinigter Weizen oder Saatgut ursprünglich in Europa eingeführt wurde. In Deutschland taucht das Getreide erst kurz vor Christi Geburt auf.

Die Römer kannten und nannten Roggen als minderwertig, magenschädlich und nur in absoluten Notzeiten zur Ernährung nutzbar. Der Waldstaudenroggen zählt noch zu den älteren Roggensorten. Seit etwa 40 Jahren werden neben den klassischen Roggensorten auch Hybridsorten gezüchtet und angeboten, die resistenter gegen Erreger sind und auch höhere Erträge ermöglichen. Früher waren die Hybride wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für Mutterkorn. Diese Eigenschaft ist allerdings von Sorte zu Sorte unterschiedlich und wurde in den letzten Jahren noch einmal stark aufgebessert.

Anbau von Roggen

In Mitteleuropa wird hauptsächlich der Winterroggen (es gibt auch Sommerroggen) angebaut.Er ist die Getreideart, die für den Winter am Besten geeignet ist und kann Temperaturen von −25 °C überstehen. Er ist deshalb dem Sommerroggen im Ertrag weit überlegen. Die Sommerform wird vornähmlich in Berglagen angebaut oder da, wo es noch Spätfrost auftauchen kann.

Winterroggen wird bei uns in Osttirol zwischen Mitte September und Mitte Oktober erst gesät. Er benötigt wie alle Wintergetreidearten, eine sogenannte Vernalisation. Um von der Wachstumsphase in die generative Phase über gehen zu können, muss ein Kältereiz vollzogen werden. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C benötigt diese Vernalisation etwa 30 bis 50 Tagen. Bis zur Reife benötigt Roggen eine sogenannte Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. Zur Erklärung sind das die Anzahl der Wachstumstage × durchschnittliche Tagestemperatur. Danach hat der Roggenkeim nur noch eine sehr kurze Ruhephase. Die Ernte erfolgt in Osttirol ab Mitte Juli bis Ende August. Es besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre auskeimen und die Ernte danach nur noch als Viehfutter einsetzbar ist.

Grundsätzlich eignet sich Roggen besser als Weizen in kühlem und trockenen Klima und bevorzugt etwas sandigen Boden. Er stellt besondere Ansprüche das Saatgut und das Saatbett.

Immer lecker ist aber das Resultat – zum Beispiel ein kräftiges Roggenbrot.